Leifheit: keineswegs langweilig

Leifheit steht seit über 50 Jahren für zuverlässige Produkte für den Haushalt. Bislang hat sich der Konzern jedoch ohne klar erkennbare Ecken und Kanten präsentiert und eben das hat sich in diesem Jahr geändert.

Grundsolide, zuverlässig – aber langweilig

ER macht stetig seine Aufgaben fertig, ist in der Gruppe der eher zurückhaltende Typ und auch Partys sagen ihm nicht zu, womit er diesen fern bleibt. Während andere sich gern profilieren, bleibt der Langeweiler lieber im Hintergrund. Dieses Bild wurde bis zu diesem Jahr von keinem anderen Unternehmen besser verkörpert als von Leifheit. Die Produkte zeigen sich grundsolide und zuverlässig – aber dennoch langweilig. Doch was viele nicht wissen ist, warum der Konzern besonders für das Depot mehr als interessant ist.

Leifheit zeigt sich in einem neuen Gewand

Als Erstes zeigt sich Leifheit in diesem Jahr mit seiner Produktpalette in einem neuen Gewand. Wir alle wissen, dass die Marke Leifheit seit je her für ein breites Angebot an Haushaltswaren steht. In jedem deutschen Haushalt ist zumindest ein Flaschenöffner, ein Bügelbrett oder eine Wäschespinne bzw. ein Wäscheständer des Unternehmens zu finden. Der Look der Produkte: einfach, schlicht und ohne viel Tamtam – eben der Inbegriff der deutschen Bodenständigkeit.

Das klingt alles nicht sehr aufregend, doch das Unternehmen verfügt über zwei ganz entscheidende Vorteile: ein jeder Haushalt benötigt kleine und große Helferlein und genau das beschert Leifheit einen starken Kundenstamm. Zum zweiten gilt der Handel mit den kleinen alltäglichen Gegenständen noch immer als eine attraktive Nische und genau in dieser mischen nur wenige Wettbewerber mit. Das Ziel von Leifheit ist es, die Position als Marktführendes unternehmen weiter auszubauen. Doch wie möchte das Unternehmen das schaffen?

Ganz einfach, Leifheit nimmt endlich den Retro-Charme seiner Waren in Angriff. So sollen die Produkte alle ein umfassendes Facelifting erhalten. Denn was bekannterweise bei den Menschen funktioniert, kann auch bei Bügelbrettern & Co. funktionieren, oder? Als Erstes sollen die Waagen der Marke Soehnle ein neues Gewand erhalten, das vor allem zeitgemäß ist.

Die stabile Entwicklung von Leifheit

Leifheit weist eine stabile Entwicklung auf und wer in den „nackten Zahlen“ Spannung vermutet, der liegt hier falsch. Doch genau das ist es, was überzeugt. So ist die Dividende des Unternehmens seit 2009 ganz penibel um rund 10 % pro Jahr gestiegen. Vom unternehmen wurde 2013 eine Dividende von 1,65 Euro pro Aktie ausgezahlt, 2014 1,80 und 2015 waren es bereits zwei Euro. Dieses Muster ist durch die gesamte Bilanz des Unternehmens zu verfolgen:

Erlöse die konstant steigen, ein beständig hoher Cashflow, und das KGV sinkt kontinuierlich. Zudem werden hier überdimensionale Wachstumsraten gesucht, aber dafür erhält der Anleger hier einen Wert, der durch eine solide Entwicklung und eine geringe Volatilität überzeugt.

Das Selbstbild – die Innovationen und die Expansion von Leifheit

Leifheit hat sich über viele Jahre auf sein Produktportfolio verlassen. Das ist keinesfalls falsch. Denn schließlich hat der Konzern mit seinen Bodenwischern, Fensterreinigern und anderen Produkten gutes Geld verdient. Aber für ein zukunftsorientiertes Unternehmen ist eine fehlende Innovation ein absolutes No-Go. Dieses wurde auch von dem Konzern erkannt und rief daher seine Agenda „Leifheit 2020“ ins Leben. Der Hersteller möchte in den kommenden Jahren mit neuen Produkten bei den Verbrauchern punkten. Dazu gehört auch das Care & Protect-System, mit dem es den Kunden möglich ist, die Pflegemittel in Parket- und Laminatböden einzuarbeiten. Des Weiteren soll es auch die erste Wäschespinne mit Dach geben (LinoProtect), von der die Wäsche vor Regen und UV-Strahlung geschützt wird.

Des Weiteren hat Leifheit vor zu expandieren. Dem Unternehmen hat vor allem Interesse an dem osteuropäischen Markt. Bereits seit 1995 betreibt der Konzern ein Werk in Tschechien und diese Region um Blatná, wo sich das Werk befindet, bietet weiterhin großes Potenzial – vor allem im Gegensatz zum krisengebeutelten Südeuropa. Seit der EU-Osterweiterung in 2004 steigen Einkommen und Wohlstand dort kontinuierlich an und das Bruttoinlandsprodukt soll in Tschechien bereits bei 18.326 Euro (pro Kopf 2016) liegen. Ist das der Fall, dann wären das 21 % mehr als 2006.

Leifheit generierte den größten Teil seiner Einnahmen in Osteuropa mit der preisgünstigen Classic-Linie und die Rechnung ging auf. Denn der Umsatz kletterte in 2016 nach vorläufigen Zahlen um 27,8 % auf 25 Mio. Euro. Der online Handel stellte den zweiten Wachstumstreiber dar. So stiegen die Einnahmen von Leifheit über Amazon & Co. 2016 um 18 % auf 30,8 Mio. Euro.

So können die Anleger auch zukünftig auf Leifheit zählen. Der Konzern ist sicherlich solide und zuverlässig, aber keinesfalls langweilig!